NAS Einsteiger-Guide: Wie viele Festplatten brauchst du wirklich?

Zuletzt aktualisiert März 2026 · 10 Min. Lesezeit

Du hast dich für ein NAS entschieden. Gute Wahl. Aber jetzt kommt die Frage, mit der alle kämpfen: Wie viele Platten soll ich kaufen? Zu wenige und der Platz wird knapp. Zu viele und du hast Geld verschwendet. Dieser Guide führt dich durch alles von Null an.

Probiere es selbst! Vergleiche RAID-Konfigurationen mit deinen Plattengrößen.

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Schritt 1: Was speicherst du?

Dokumente & Fotos – Ein ganzes Leben an Dokumenten und sogar eine große Fotobibliothek (50.000+ RAW-Fotos) passt in 1-3TB.

Musik – Selbst eine riesige FLAC-Sammlung überschreitet selten 1-2TB.

Video / Plex / Jellyfin – Hier wird's ernst. Ein einzelner 4K-Film als Remux ist 40-80GB. Eine 200-Filme-Bibliothek in gemischter Qualität füllt leicht 5-15TB. 4K-lastige Sammlungen können 30-60TB+ erreichen.

Backups – Rechne 1-2TB pro Gerät das auf das NAS sichert. Time Machine für Mac allein braucht 500GB-1TB.

Überwachung – Kameras die 24/7 aufzeichnen verbrauchen ca. 1-3TB pro Kamera pro Monat.

Schritt 2: Tatsächlichen Bedarf berechnen

Addiere deine Anwendungsfälle. Dann multipliziere mit 1,5 bis 2x für Wachstum. Speicherbedarf wächst nur.

Beispiel: 2TB Fotos + 10TB Medien + 1TB Backups = 13TB benötigt. Mit 1,5x Puffer: ~20TB Ziel-Nutzkapazität.

Schritt 3: RAID-Overhead einplanen

Du kannst nicht den gesamten Rohspeicher nutzen. RAID braucht einen Teil für Schutz. Bei RAID 5 verlierst du eine Platte. Bei RAID 6 zwei. Bei Unraid die größte Platte.

Für unser 20TB-Beispiel: RAID 5 mit 4× 8TB (32TB roh) gibt 24TB nutzbar – genug mit Luft nach oben.

Schritt 4: Plattenanzahl wählen

2 Platten – Nur RAID 1 (Spiegel) oder Unraid mit 1 Daten + 1 Parität. Du bekommst die Kapazität einer Platte. Gut für: einfaches Backup-NAS.

3-4 Platten – Der Sweet Spot für die meisten Heimanwender. RAID 5, SHR-1 oder Unraid. Du bekommst 2-3 Platten Nutzkapazität. Gut für: Media Server, Familien-NAS.

5-8 Platten – RAID 6, SHR-2 oder Unraid Dual Parity erwägen. Rebuild-Zeiten werden lang bei großen Platten. Gut für: große Medienbibliotheken, ernsthaftes Homelab.

8+ Platten – Du weißt was du tust. RAID 6, RAIDZ2/Z3 oder Unraid Dual Parity wird dringend empfohlen.

Schritt 5: Plattengröße wählen

Der Preis-pro-TB Sweet Spot liegt aktuell bei 16-18TB. Kaufe nicht die allergrößten verfügbaren Platten – der Aufpreis pro TB am oberen Ende ist steil.

Für Budget-Builds: Weniger große Platten schlägt viele kleine. 4× 16TB ist günstiger, leiser und stromsparender als 8× 8TB – bei gleicher Rohkapazität.

Schritt 6: Platz für Wachstum lassen

Kaufe ein NAS-Gehäuse mit mehr Einschüben als du jetzt brauchst. Mit 4 Platten in einem 8-Bay-Gehäuse starten gibt dir Jahre an Erweiterungsspielraum.

Bei SHR oder Unraid kannst du später einzelne Platten hinzufügen. Bei klassischem RAID ist Erweiterung aufwändiger.

Probiere es selbst! Vergleiche RAID-Konfigurationen mit deinen Plattengrößen.

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Häufige Fehler

Die billigsten Platten kaufen – NAS-Platten (WD Red, Seagate IronWolf, Toshiba N300) sind für 24/7-Betrieb gebaut. Desktop-Platten im NAS sind ein Risiko.

Kein Backup – RAID ist kein Backup. Dein NAS schützt vor Plattenausfall, nicht vor Ransomware, Löschen oder Feuer.

Am ersten Tag alles ausreizen – Starte mit weniger Platten und erweitere später. Nach 6 Monaten Nutzung verstehst du deinen tatsächlichen Bedarf viel besser.

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