RAID 6
RAID 6
Block-Striping mit doppelter verteilter Parity (P + Q). Überlebt 2 gleichzeitige Plattenausfälle. Default für Arrays mit 5+ Platten oder ≥ 12 TB.
Wie es funktioniert
Wie RAID 5 aber mit zweiter unabhängiger Parity (Q, oft Reed-Solomon). Beide Paritys rotieren über Platten. Zwei Platten können gleichzeitig ausfallen, Array rebuilt trotzdem. Toleriert einzelnen URE während Rebuild dank zweiter Parity.
Formel: (N − 2) × min(drives)
Vorteile / Nachteile
Vorteile
- Überlebt 2 gleichzeitige Plattenausfälle
- Toleriert URE während Rebuild — kritisch für große Platten
- Exzellente Lese-Performance
- Reif, überall supported
- Gute Kapazitäts-Effizienz vs RAID 10
Nachteile
- Verliert 2 Platten Kapazität
- Write-Penalty (6 I/Os pro Small Write)
- Langsamere Writes als RAID 5
- Längerer Rebuild als Mirrors
- Nicht ideal für hohe IOPS
Wann nutzen
Arrays mit 5+ Platten. Platten ≥ 12 TB. Bulk-Storage, Backup-Targets, Medien-Archive. Mission-critical Pools wo 2-Platten-Ausfall keine Daten kosten darf.
Wann NICHT nutzen
IOPS-Workloads (RAID 10 nehmen). Kleine Pools (3-4 Platten, ≤ 8 TB) — RAID 5 akzeptabel. ZFS — RAIDZ2 für Checksums.
Rebuild-Math Beispiel
6 × 8 TB in RAID 6. Nach Ausfall: liest (6-2) × 8 = 32 TB bei 70 MB/s ≈ 32 h. URE-Wahrscheinlichkeit (~10⁻¹⁵/bit) ~22%, aber RAID 6 toleriert — zweite Parity rekonstruiert. Ohne wäre Array wahrscheinlich tot.